J Wurf - Welpentagebuch

 

5. Februar 2023 - Schlechter Geschmack

Heute werden unsere zwölf Welpen drei Wochen alt. Ein echter Festtag, denn am Nachmittag stellten sich viele kleine Besucher ein. Ich nützte die vielen helfenden Hände gleich zum Frischmachen der Wurfkiste. Das Entwurmen der Welpen war mehr für die Kinder aber weniger für die Welpen ein Highlight. Ich glaube, das war das erste negative Erlebnis für die Geschmacksnerven unserer kleinen Hundekinder. Die zweite Entwurmungsrunde wird den Welpen gegeben, die 5 Wochen alt sind. Die dritte Entwurmung erfolgt mit sieben Wochen. Die vierte Entwurmung sollte nach 11 Wochen geplant werden und ist dann vom Besitzer vor der prophylaktischen Grundimpfungen zu machen.

 

 

3. Februar 2023 - Herr Grün erobert Herz

Johanna ist hundeverrückt und bei jedem meiner Würfe mit Herz dabei. Für sie gibt es nichts Schöneres, als mir zur Hand zu gehen. Johanna durfte heute auf die Welpen aufpassen, während ich mit den Hunden trainierte. Johanna macht das sehr gewissenhaft, ihr entgeht nichts. "In einen hab ich mich schon verliebt", so das Mädchen bei meiner Rückkehr. Es ist Herr Grün, der momentan noch etwas zarter ist. Aber alles was klein ist, ist entzückend und gewinnend. Und so hat das kleine Ylvi-Kind sich schon ins Herz von Johanna geschlichen. Weil die Schwächeren an der Zitze immer im Nachteil sind, bekommt er und sein Bruder, Herr Weiß besonders viel Aufmerksamkeit. Klein sein hat auch was, sie sind die ersten, die Welpenmousse bekommen. Manchmal ist das Leben unfair, wenn Ylvi in der Wurfkiste steht und die zehn größeren Welpen schon an der Milchbar hängen, dann haben die zwei kleinen das Nachsehen. Aber dann dreht sich der Spieß um. Wenn wir mit dem grünen Doppelnapf kommen, dann schmatzen die zwei Rüden ganz laut vor allen anderen. 

 

 

2. Februar 2023 - My lovely Mary

Meine Freundin Maria und ich haben neben einer echten Herzensverbindung auch beide eine Infektion mit dem unheilbaren Retriever-Virus. Wir begleiten uns viele Jahre. Maria züchtet Labradore aus Arbeitslinien. Sie ist ein richtiger Retriever-Profi und führt ihre Hunde jagdlich. Von Maria durfte ich durch die vielen gemeinsamen Trainingseinheiten sehr viel lernen. Wir besprechen uns oft und das ist sehr wertvoll für mich. Heute knuddelte sie die Welpen in beiden Gehegen. So wie sich Retriever aus Show- und Arbeitslinien im Wesen und im Äußeren unterscheiden, so verschieden sind auch die Welpen von diesen zwei Würfen. Nicht vom Grundwesen, aber vom Äußeren. Sunnys helle Eisbärchen und Ylvis Zimtschnecken, zwei ganz verschiedene Typen. Das Fell von Golden Retrievern geht von Creme bis ganz Dunkel, beides entspricht dem Rassestandard. Ich liebe das dunkle, mein Mann mag gerne cremefarbene Hunde. Gut, dass wir im Showring mehrere Farben zur Wahl haben, schließlich haben auch Richter Vorlieben. Maria konnte sich nicht entscheiden, sie knuddelte sich durch alle Farben. 

 

 

29. Jänner 2023 - Wertvolle Freunde, wertvolles Training, wertvolle Helfer

Das Wochenende war sehr betriebig bei uns, die Welpen von Ylvi haben allerdings wenig mitbekommen. Am Samstag war die Wahl des Landesgruppenleiters des Retrieverclubs. Damit ich mein Wahlrecht in Anspruch nehmen konnte, schauten Martina und Sarah auf die Welpen. Mein Mann besuchte mit Enya und Grazia eine Dogshow. Dass sich Sophia bereiterklärte, mit Sunny und unseren Hunden einen weiten Spaziergang zu machen, war auch wertvoll. Und ganz wertvoll war dann der Nachmittag für uns: Meine Freundin Maria und ihre Mama Agnes trainierten mit mir und meiner Freundin Irina. Ihr Partner Hannes, langjähriger Leistungsrichter, beobachtete uns und gab uns ebenfalls so manch wertvollen Tipp. Wir hatten ein unglaublich tolles Training. Sehr folgsame, apportierfreudige Hunde und die nette Nachbesprechung mit Muffins machten den Sonntag perfekt. Apportieren macht den Hunden so viel Spaß und fördert die Bindung zum Halter. Ich liebe es, wenn in tollen Gruppen die Dummies fliegen. Ich hoffe, dass die zwölf kleinen Racker die Arbeitsgene von Mama Ylvi haben. Ylvi liebt es zu Apportieren. Sie ist eine sehr verlässliche, sehr folgsame aber auch weiche Hündin, mit der die Dummy-Arbeit viel Freude bereitet. 

 

 

28. Jänner 2023 - Kleine Beinchen werden immer flinker

In unser kleines dunkles Welpenrudel kommt Dynamik. Viele kleine Beinchen kommen schon in Bewegung und wackeln durchs Welpengehege. Einige haben die Augen schon geöffnet, es dauert nicht lange, dann haben wir mit allen Blickkontakt. Aber das Sehvermögen von Welpen ist noch sehr eingeschränkt. Die Augenfarbe aller Welpen, egal welcher Fellfarbe, ist in den ersten Wochen von individueller blauer Tönung. Grund dafür sind noch fehlende Pigmente, die sich erst im Laufe der Wochen bilden und allmählich die tatsächliche Augenfarbe bestimmen. Unser Zimtschnecken werden entsprechend dem Rassestandard schöne dunkelbraune Augen bekommen. Und eines bin ich mir auch noch sicher: Egal ob unsere zehn Rüden oder unsere zwei Hündinnen, schönes dunkles Fell, das dem Golden Retriever aus dem Lehrbuch entspricht, werden auch alle bekommen. Heute haben sie von Mama Ylvi erstmals eine Zurechtweisung erhalten. Bisher stand das Futter für Ylvi immer im Gehege, da sie kaum von den Welpen wegzubringen war. Heute beim Fressen, zeigte ihr Nachwuchs auch Interesse am Futter. Puh, das hat Ylvi nicht gefallen. Den Welpen zeigte sie das deutlich, mit Gequietsche mussten sie das einfach akzeptieren. Maßregegelungen durch die Hundemutter sind wichtig und völlig normal. Ylvi nimmt ihren Job ernst und fängt schon jetzt damit an, dass Welpen Grenzen lernen.

 

 

25. Jänner 2023 - Schweizer Knuddler

Gabi aus der Schweiz besuchte uns. Sie folgte dem Welpenduft ins Wohnzimmer und sie konnte sich dem Charme unserer kleinen Wunder nicht entziehen. Die Verpaarung von Ylvi und Franklyn hatte es Gabi besonders angetan. Aber nicht die zwölf Zwerge die gerade noch ganz winzig im Wohnzimmer liegen, sondern unser Rüde Sam, der aus dieser Verpaarung stammt. Sam ist ein sehr dunkler Rüde. Ob ein Welpe in diesem Wurf so viel Farbe bekommen wird, da bin ich mir nicht so sicher. Alle haben viel Farbe, aber Sam ist sehr außergewöhnlich von der Farbe. Ich würde mir wünschen, dass ich so etwas dabei habe. Ich mag Farbe sehr. Aber mittlerweile weiß ich auch, dass es mit sehr dunklen Hunden im Showring sehr schwierig ist und diese Hunde nur bei ausgewählten Spezialrichtern präsentiert werden können. Unsere zwölf Zimtschnecken werden wir dann präsentieren, wenn sie vier Wochen alt sind. Und zwar den Welpenkäufern, die sehnsüchtig darauf warten. 

 

 

24. Jänner 2023 - Alle sind wieder fit

Unsere Hausmittel haben sich bewährt: Das entzündete Augen von Herrn Weiß hat sich wieder gebessert. So wie es bei kleinen Kindern auch ist, können auch unsere Welpen etwas haben. Gerade in der Anfangs Zeit ist es wichtig, dass wir gut aufpassen, da ihr Immunsystem erst im Aufbau ist. Erkältete Menschen dürften uns nicht besuchen kommen. Diese Keime sind für kleine Welpen sehr gefährlich. Woher die Augenentzündung kam, können wir nicht sagen. Aber es lässt sich auch nicht immer alles ergründen. Wichtig ist, dass man die Ruhe bewahrt und gleich behandelt. Herr Weiß ist in dem Wurf jetzt der erste, der schon leicht seine Augen öffnet. Ganz leicht sind seine blauen Augen schon sichtbar. Ich freue mich ungemein, dass ich ihm in die Augen schauen darf. 

 

 

23. Jänner 2023 - Kleine Entzündung

Sophia und Sarah kamen heute schon am Vormittag vorbei. Die Mädchen teilen sich immer auf zwei Wurfkisten auf. Sarah entdeckte heute bei einem Rüden ein eitriges Auge. Das kann schnell durch einen Kratzer oder durch einen Luftzug entstehen. Mit Käsepappeltee haben wir ganz schnell einen Erfolg erkennen können. Das eitrige Sekret konnte abrinnen. Wir beobachten das jetzt morgen noch. Hausmittel bringen oft schnell Heilung bei solchen Sachen. Noch haben Ylvis Kinder die Augen nicht geöffnet. Aber im Laufe dieser Woche wird das vermutlich geschehen. Wir hoffen, dass die Entzündung bis dahin ausgeheilt ist. Das Sprichwort ,heilen wie ein Hund" wird sich hoffentlich bei unserem kleinen Hunderudel bewahrheiten.

 

 

22. Jänner 2023 - Trainingstag mit Welpenbad

Obwohl wir Welpen haben, dürfen wir auch auf unser Hunderudel nicht vergessen. Da mein Mann am Wochenende zuhause ist und auf die Welpen schauen kann, wird das Training für unsere eigenen Hunde momentan auf das Wochenende datiert. Irina besuchte uns heute, sie ist ein Leistungsrichterin, ein echter Profi im Hundesport und ein besonders netter Mensch. Dass wir manchmal zusammen Dummytraining machen, ist einfach großartig. Wir beginnen immer mit dem gleichen Ritual. Wir trinken Kaffee und essen Kuchen. Dann verdauen wir die Kalorienbomben wenn Dummys fliegen. Aber dieses Mal gabs nach dem Training eine Änderung des Konzepts. Wir machten es uns noch gemütlich und setzten uns in die Wurfkiste. Die Berührungen sind so wichtig für unsere Welpen, auch schon in dieser Entwicklungsphase. Bereits jetzt merken wir kleine Unterschiede, manche haben keinen Stress und manche müssen sich an liebevolle Hände erst gewöhnen. Aber das lernen alle ganz schnell, dafür sorgen meine engsten Freunde und unsere Familie. Die Momente sind noch kurz, in denen Besucher ins Wohnzimmer kommen, aber unglaublich wertvoll. Für die Welpen und natürlich auch für mich. 

 

 

21. Jänner 2023 - Wer brav trinkt, der wächst

Unsere Ylvi bekommt einen Preis für die beste Hundemami. Manchmal wirkt sie schon ganz mitgenommen, da sie sich fast immer in der Wurfkiste aufhält. Sie legt sich auch nur selten hin, weil ihr Nachwuchs immer eng an und unter ihr liegt. Müde wirkt Ylvi manchmal, aber noch eine Woche und dann wird auch sie wieder etwas mehr Leben außerhalb der Wurfkiste haben. Manchmal geht sie eine kleine Runde mit, nur vors Haus und während das restliche Hunderudel im Schnee tobt, schaut sie mich fragend an. Ich kann in ihren Augen lesen, dass sie wieder zurück zu den Welpen möchte. Ylvi hat Milch wie im Schlaraffenland, ihre Welpen sind bestens genährt. Zwei Rüden sind etwas leichter, aber sie nehmen auch gut zu. Unsere zwölf Zimtschnecken werden noch täglich gewogen und täglich wiegen sie mehr. 

 

 

20. Jänner 2023 - Brave Welpen, brave Hundemama, brave Kinder

Mein Neffe Franz-Xaver und mein Patenkind Johannes lieben meine Hunde und meine Hundezucht sehr. Deshalb sind sie auch Besucher der ersten Stunde. Beide Jungs haben mich gestern auf einem kleinen Spaziergang begleitet und durften anschließend im Wohnzimmer auf die Welpen aufpassen. Bei den kleineren Welpen machen wir zusammen noch einen zweiten Check des Gewichts. Zu unserer Zufriedenheit, haben alle stetig zugenommen. Momentan stellt sich die Milch um und der Kot ist nun sehr weich, aber das ist normal. Auch für unsere Kinder, die wenn Ylvi etwas nicht gleich wegputzt, sofort helfen. Franz-Xaver träumt schon von einem eigenen Welpen, den Namen hat er schon. "Messi" soll er heißen, das verrät wohl, für welchen Fußballclub Franz-Xaver schwärmt. Aber alles hat seine Zeit, noch sind die Kinder sehr klein. Zwischenzeitlich verteilen sie ihre Liebe einfach auf mein Hunderudel. In der Wurfkiste von Ylvi geht es momentan noch ruhig zu. Trinken und Schlafen, gequietscht wird ganz wenig. Schließlich verlässt Ylvi die Wurfkiste nur ungern. Sie ist immer da, wenn ihr Nachwuchs sich lautstark meldet. Es ist richtig rührend, wie lievevoll sie das macht. Schon bei der Geburt berührte sie unglaublich und auch als Astrid den Welpen versorgte, der es dann nicht schaffte. Sie nahm den Welpen aus der Hand der Tierärztin und legte ihn weinend auf die Wärmematte. Auch der Gesichtsausdruck von Astrid sprach Bände. Astrid macht ihren Job mit so viel Herz und Kompetenz. Als Züchter kann ich mir so einen Tierarzt nur wünschen. Jetzt wünsche ich mir aber, dass wir sie für diesen Wurf nur noch einmal brauchen: Dann, wenn gechipt und geimpft wird.

 

 

18. Jänner 2023 - Farbtupfen aufgefrischt

Um die Welpen in diesem Alter auseinander zu halten, markieren wir sie mit farbigen Punkten mit Bienenwachs. Da die Hündin die Welpen, die noch nicht selbständig Kot und Harn absetzen können, regelmäßig schleckt, verschwindet auch die Farbe wieder. Heute hat mich meine Freundin Barbara besucht, sie hat Caja eine Schwester der zwölf kleinen Welpen. Caja stammt aus dem ersten Wurf von Ylvi, bei dem wir genau so verpaart haben. Caja ist eine Hündin, mit der wir unser Zuchtziel voll und ganz erfüllt haben und Barbara ist eine Hundehalterin, so wie wir es uns wünschen. Caja wird unendlich geliebt, sie arbeitet mit Begeisterung und sie hat ein buntes Leben bei ihren Besitzern. Caja hat eine besonders schöne Mission. Die ausgebildete Therapiehündin drückt den Buzzer, wenn Barbara mit ihren Therapiekindern arbeitet und sie zaubert den Menschen im Altersheim bei ihren Besuchen ein Lächeln ins Gesicht. Ich wünsche mir für unsere Hunde solche Plätze. Deshalb bin ich bei der Auswahl der Welpenkäufer auch sehr kritisch. Gestern habe ich aus diesem Grund eine Zusage rückgängig gemacht. Wenn Menschen am Vormittag arbeiten, sich zwar ausnahmsweise für eine Stunde Hundetraining Zeit nehmen können und am Nachmittag ihre Kinder betreuen müssen, dann bleibt keine Zeit für einen Hund. Da muss ich all meinen Mut zusammen nehmen und zum Wohl der Hunde entscheiden. Auch wenn ich dabei manchmal auf Unverständnis stoße. 

 

 

17. Jänner 2023 - Ylvi hat alles im Griff

Der Tag beginnt für uns immer mit dem gleichen Ritual. Wurfkiste frischmachen und Gewichtskontrolle der Welpen. Zu unserer Freude, haben alle wieder gut an Gewicht zugenommen. Heute sind die Welpen schon fünf Tage alt. Alles wird immer eingespielter. Wir haben das Gefühl, dass Ylvi so gut auf ihre Welpen achtet. Wenn sie sich hinlegt, dann vergewissert sie sich, dass kein Welpe unter ihr versteckt ist. Es wäre fatal das passiert und nicht gleich bemerkt wird. Beim letzten Wurf mussten wir leider diese schreckliche Erfahrung machen. Bei so vielen Welpen ist es für die Hundemama einfach ein Problem, den Überblick zu bewahren. Aber wir haben das Gefühl, dass Ylvi wirklich alles gut im Griff hat. Und wir haben auch alles im Griff, sogar unseren kleinen hundeverrückten Pius, der immer zu den Welpen möchte. Pius wächst mit der Hundezucht auf. Wenn er von fünf Hündinnen die gleich groß sind wie er umgeben ist, dann ist er in seinem Element. Er verteilt liebevoll Küsse und nimmts gelassen, wenn unsere stürmische Grazia Pius mal wieder aus dem Gleichgewicht bringt. 

 

 

17. Jänner 2023 - Schlafen, trinken, wachsen

In den ersten zwei Wochen schlafen Welpen fast neunzig Prozent des Tages. Die gesamte Zeit des Wachseins wird zum Saugen verwendet. Alle Energie ist auf das Wachsen konzentriert. Das Geburtsgewicht verdoppelt sich innerhalb der ersten Lebenswoche. Neugeborene sind nicht in der Lage ihr eigenes Gewicht zu tragen, daher bewegen sie sich paddelnd vorwärts. Diese leichten Fortbewegungsübungen stimulieren ihre Muskeln und das Koordinationsvermögen. Ab Geburt können Welpen riechen, schmecken und auf Berührungen reagieren. Diese Sinne sind für das Auffinden der duftenden Milchdrüse unentbehrlich. Am Gesäuge der Mutterhündin nehmen sie die erste Milch auf, diese wird Kolostrum genannt. Kolostrum ist reich an Immunstoffen und hilft Neugeborene in den ersten Lebenswochen vor Infektionskrankheiten zu schützen. Dass die Sinne der Welpen gut funktionieren, zeigt unsere Gewichtstabelle. Alle nehmen gut zu. Wir sind zufrieden mit der Entwicklung der zwölf kleinen Racker.

 

 

16. Jänner 2023 - Ideen muss man haben

Zwölf Welpen, zehn Milchzitzen - es braucht eine Lösung! Ylvi hat Milch wie im Schlaraffenland, aber eben nur zehn Zitzen. Wenn zwölf Welpen gesäugt werden sollen, dann gibt es an der Milchbar immer kleine Konflikte. Natürlich schauen wir, dass auch die schwächeren Welpen genügend Milch bekommen. Deshalb legen wir sie immer wieder an. Aber in der Natur setzt sich einfach der Stärkere durch. Jetzt haben wir aber auch dieses Problem gelöst. Bei vielen Welpen ist es wirklich praktisch, wenn es neben den Zitzen noch eine zusätzliche Milchquelle gibt. Wir haben eine in Frankreich aus Silikon entwickelte Futterstation erstmals im Einsatz. Anfangs protestierte die Welpen, als wir sie an die Silikonzitzen anlegten. Ich dachte schon, dass wir einen Fehlkauf gemacht haben. Aber Verena Arminger hat uns dann bestärkt dranzubleiben und sich gegen den Widerstand der Welpen durchzusetzen. Der Rat war wertvoll. Sophia und ich überzeugten mit Geduld die ersten Welpen von diesem Patent: Es dauerte nicht lange und dann säugten sie an diesem Wunderteil. Es ist so wichtig, dass sich Züchter untereinander austauschen, wir können so voneinander lernen. So wie unsere zwölf Welpen, die sich auch zusammen entwickeln. Ich hoffe sie schauen es sich ab, wie tüchtig Herr Weiß und Herr Grün heute schon waren. Unsere Ylvi wird so etwas entlastet. Sie hat einen 24 Stunden-Job, den sie mit ganz viel Leidenschaft und Liebe ausführt. Ylvi du bist einfach die Beste!

 

 

15. Jänner 2023 - Die Schöpfung hat entschieden

Die ersten Stunden in der Welt haben unsere Ylvi Kinder schon überstanden, bis auf einen. Der Rüde, der gestern so lange reanimiert werden musste, gefiel mir nicht. Er atmete sehr zaghaft und auch der Muskeltonus war sehr schwach. Auch ein selbständiges Trinken war nicht möglich. Dennoch wollten wir nicht aufgeben. Meine Tierärztin Astrid versorgte den Welpen noch bestmöglich, aber dieser Rüde hörte einfach auf zu atmen. Es ist immer traurig, wenn so etwas passiert. Aber die Natur regelt es, wenn etwas nicht passt. Es gibt immer eine unbekannte Größe, die Schöpfung. Und auch in den ersten Lebenstagen müssen wir voller Demut hoffen, dass die Schöpfung mit unseren zwölf einen guten Plan hat. Vorerst gibt es so viel zu bedanken. Es ist unglaublich, dass Ylvi uns so viele Welpen geschenkt hat. Die Welpen haben schöne Geburtsgewichte und sie sind richtig lebendig. Sie saugen und kreisen mit robbenden Pendelbewegungen durch die Wurfkiste. Ylvi hat alles im Griff. Wir bewundern unsere Hundemama, dass sie nach zwei kräftezehrenden Tagen so einen leidenschaftlichen Einsatz zeigt.  

 

 

14. Jänner 2023 - Wundersame Vermehrung in der Wurfkiste

Am letzten Freitag am Abend begann Ylvi mit den Eröffnungswehen, die sich bis zum Samstag Nachmittag hinzogen. Und plötzlich ging es dann Schlag auf Schlag: Am Nachmittag gegen 16 Uhr wurde der erste Welpe geboren. Die Geburt dauerte bis Sonntag früh um 2 Uhr. Wir erlebten eine Achterbahnfahrt der Gefühle und kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Es wurden vierzehn Welpen geboren. Da die Geburt sehr lange dauerte, kam der dreizehnte Welpe leblos zur Welt. Wir kämpften um sein Leben und nach zwanzig Minuten zeigte er erste Lebensanzeichen und eine sehr schwache Atmung. Beim letztgeborenen Welpen hatten wir leider kein Glück und mussten ihn der Schöpfung wieder zurückgeben. Aber wir sind dankbar für zehn Rüden und zwei Hündinnen die ganz aktiv durch die Wurfkiste wuseln. Dankbar bin ich auch für meine Freundinnen Maria und Martina. Danke, dass ihr diese lange Geburt mit mir erlebt habt und dass ihr die große Freude aber auch die Schattenseiten der Hundezucht mit mir teilt. Ihr seid einfach wunderbar!